Schnecken in allen Größen und Formen erobern das Tiroler Gartl: Nacktschnecken und Gehäuseschnecken tummeln sich im Salat und haben bereits einen Teil des Spinats und einige Salatköpfe vernichtet. Die Frage… Was kann man bei Schneckenbefall machen?Grundsätzlich sind Schnecken wichtig um tote Tiere und Pflanzen zu fressen und damit den Garten zu säubern und für frische Nährstoffe zu sorgen. Es gibt aber Unterschiede zwischen Nacktschnecken und Bänder- bzw. Gehäuseschnecken. Bänderschnecken sind wenig aktiv, fressen vor allem totes Pflanzenmaterial und können bei geringer Zahl ruhig im Garten bleiben. Anders ist es bei den Nacktschnecken, bei denen es einige sehr gefräßige Vertreter gibt, allen voran die spanische Wegschnecke (Arion vulgaris). Diese eingeschleppte (entgegen dem Namen stammt sie wahrscheinlich aus Südwest Frankreich) und sehr gefräßige Art ist heute in ganz Mitteleuropa zu finden und der Schrecken aller Hobbygärtner. Sie vermehren sich stark und können einen Garten binnen Tagen verwüsten, sofern nichts unternommen wird.

Schneckenglas

Bei einem massiven Schneckenbefall gibt es eine Vielzahl an Waffen die zur Verfügung stehen.

Schneckenkorn: Die einfachste Methode um Schnecken los zu werden. Vorsicht ist jedoch bei Mitteln mit Metaldehyd geboten, da dieses für Säugetiere (Hunde, Katzen aber auch Kinder!!) giftig ist. Wenn Schneckenkorn dann sollte auf Mittel mit Eisenphosphat als Wirkstoff zurückgegriffen werden. Aber auch hier sollte man sich an die Herstellerinfos halten, da sich das Eisen im Boden ablagern und akkumulieren kann.

Ablenkpflanzen: Ringelblumen, Akelei, aber auch stark aromatische Kräuter können den Befall von Gemüsepflanzen verringern. Diese können, wie schon in alten Bauerngärten üblich war, wie ein Schutzwall um den Garten gepflanzt werden.

Sägespäne oder Kies: Diese um den Garten gestreut hilft Schnecken fernzuhalten, da sie nicht besonders gerne darüber kriechen. Bei Regen, wenn Schnecken besonders aktiv sind, helfen diese Mittel jedoch kaum, da sobald sie nass sind Schnecken einfach darüber hinweg kriechen.

Kupferbänder: Streifen aus Kupferblech wirken auf Schnecken abschreckend, da Kupfer mit ihrem Schleim reagiert. Aber auch dieser Schutz kann bei stärkerem Regen nutzlos werden, da das Wasser die Wirkung des Kupfers abschwächen kann.

Schneckenzaun: Ein Schneckenzaun bildet, durch eine spezielle Krümmung am oberen Ende, eine unüberwindliche Barriere für Schnecken. Der Nachteil dieser Zäune sind die relativ hohen Anschaffungskosten, die schnell mehrere hundert Euro bei einem größeren Garten betragen können.

Bierfallen/Barberfallen: Was kompliziert klingt ist sehr einfach. Ein Becher wird in den Boden eingegraben, so dass er oben noch ca. 1 cm aus der Erde heraus ragt. Dieser wird halb mit Bier gefüllt. Das Bier lockt die Schnecken an, sie kriechen in den Becher und ertrinken. Der Nachteil ist, dass das Bier auch Schnecken aus des Nachbars Garten anlockt. Damit kann sich die Schneckenplage noch verschlimmern, den Nachbar wird’s jedoch freuen. Die Methode ist vor allem im Frühjahr geeignet, wenn noch junge, nicht geschlechtsreife Tiere unterwegs sind.

Absammeln: Der Klassiker und laut Gärtnern meist die effektivste Methode um einer Schneckenplage Herr zu werden ist das Absammeln. Die abgesammelten Schnecken sollten dabei getötet und nicht irgend wo anders wieder frei gelassen werden. Dadurch wird die spanische Wegschnecken nämlich noch weiter ausgebreitet. Am besten bietet sich das Zerschneiden der Schnecken an, auch aus biologischer Sicht der schnellste, am wenigsten qualvollste Tod.

Natürliche Feine: Natürliche Feinde von Schnecken sind vor allem Igel, Blindschleichen und Laufkäfer. Auch bei Enten und Hühner stehen Schnecken auf dem Speiseplan. Wer also solche Tiere im Garten hat, oder ihnen ein Zuhause schafft, durch Laubhaufen oder Gebüsche in einem entlegenen und ruhigen Teil des Gartens, wird mit Schnecken kaum Ärger haben.

Richtig Gießen: Der Garten sollte am besten am Morgen gegossen werden. Gießt man am Abend schafft man für die Schnecken ideale, feuchte Bedingungen für die Nacht. Am Morgen gegossen trocknen die Beete rasch ab und der Schneckenbefall verringert sich.

Die Wahl für die Schneckenbekämpfung im Tiroler Gartl fiel auf den Klassiker, das Absammeln der Schnecken sowie Bierfallen. Auf Chemie wird versucht zu verzichten.

Die Schnecken wurden 2 – 3-mal die Woche abgesammelt, was wesentlich schneller ging als erwartet (max. 30 min). Am Höhepunkt der Schneckeninvasion war es gar ein Gurkenglas voller Schnecken! Deshalb wurden auch Bierfallen ausprobier. Diese wurden am Rand der Beete platziert und bildeten quasi einen Burggraben. Platziert man sie in der Mitte des Gartens können Schnecken auf dem Weg dorthin noch reichlich Gemüse anfressen und Eier legen. Und siehe da, eine beträchtliche Menge an Schnecken konnte dem Duft frischen Bieres nicht widerstehen. Wer kann es ihnen verdenken?! Nach 1-2 Tagen wurden die Bierfallen entfernt um nicht Schnecken aus größerer Entfernung anzulocken.

Das ganze zeigt auch Wirkung. Nach einigen Wochen ging die Zahl der Schnecken stark zurück und man findet nur mehr selten welche. Überall wo es feucht ist und auch am Tag feucht bleibt, fühlen sich Schnecken richtig wohl. Wichtig deshalb ist auch Unterschlüpfe für Schnecken wie Steine, Holzschnitt, Laubhaufen oder Komposter vom Gemüsegarten weit weg zu stellen bzw. zu entfernen. Man kann aber 1 – 2 kleine Bretter, Dachziegel oder dergleichen als Schneckenbehausung um den Garten platzieren. Da sich die Schnecken unter Tage dort aufhalten werden, kann man sie dort einfach absammeln.

Fazit: Durch das regelmäßige Schnecken Absammeln und einigen Bierfallen lässt sich eine Schneckenplage gut in den Griff bekommen. Der Einsatz von Chemie ist definitiv nicht nötig.

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